Eigentlich wollten wir unsere Küche komplett aus alten Ziegeln mauern, aber das ließ der Statiker der noch nicht ganz fertiggebauten Wohnanlage aufgrund des Gewichts nicht zu. Wir entschieden uns dann  für ‚Alt trifft Neu‘. Da mein Mann und ich beide Architekten sind, wird immer heftigst diskutiert, wie was umgesetzt wird. Mein Mann, der eher die moderne Architektur schätzt und ich, die gerne auch mal alte Baumaterialien mit Neuen kombiniert. So ist ein perfekter Mix aus mediterranem Flair und Gradlinigkeit der heutigen modernen Architektur entstanden. Ihr habt immer nach so einer Küche gesucht?

UND SO GEHT’S

Die erste Steinlage haben wir aus Betonsteinen auf die rohe Stahlbetondecke vermörtelt. Wenn das Gewicht der kompletten Ziegel auf dem schwimmenden Estrich liegt, könnte dieser reißen. Zwischen der 1. Steinlage und Stahlbetondecke liegt eine Sandpappe als Trennlage, die 3 cm breiter ist als die Betonsteine. Die alten roten Ziegel haben wir von einem alten Scheunenabriss erstanden. Diese haben wir mit einer Stahlbürste grob von Schmutz befreit, bevor sie zum Einsatz kamen. Vor der Verlegung mit Zementmörtel wurden die einzelnen Steine in Wasser kurz eingetaucht, da der Ziegel sonst dem Mörtel zu schnell und zu viel Wasser entzieht. Den Mörtel haben wir in kleinen Mengen im Eimer angerührt und die Ziegel im Läuferverband mit Hilfe einer Mauerkelle verlegt. Bedenkt bei der Verlegung, dass eventuell nicht alle Lagen des roten Ziegels sichtbar sind, da der schwimmende Estrich und der Bodenbelag die Betonsteine aber auch die Teile des roten Ziegels verdecken. Das Mauerwerk erhält seine endgültige Festigkeit erst nach dem vollständigem Austrocknen des Mörtels und der Ziegel. Keine Angst, wenn der Ziegel  beim Verlegen noch nicht richtig fest sitzt.

Nach dem vollständigem Austrocknen des Sockels kann der nächste Schritt erfolgen. Das Grundgerüst der Küche besteht aus Leimbindern Fichte. Die einzelnen Elemente werden sowohl miteinander verschraubt, als auch verleimt. Verkleidet und ausgesteift wird das Grundgerüst mit wasserfesten OSB-Platten. Diese werden an die Leimbinder ebenfalls festgeschraubt und gleichzeitig geleimt. Alle Fugen müsst Ihr mit einem Fugenband aus Fieberglas (selbsthaftend) abkleben, um zusätzliche Bewegungen zwischen den einzelnen Platten zu überbrücken und somit das Risiko der Rissbildung im Beton zu vermeiden. Da in der Küche mit viel Wasser hantiert wird, muss der bis dahin entstandene ‚Rohbau‘ noch zusätzlich eine wasserabweisende Schicht erhalten. Diese besteht aus flüssigem vor Ort zusammengemischten Epoxidharz, der mit einem Schaumstoff-Farbroller aufgetragen und gleich nach Auftragen mit Quarzsand abgesandt wird. Habt mehrere Schaumstoffrollen als Ersatz zu Hause. Es könnte sein, dass Ihr mehr benötigt. Bei der Verarbeitung des Harzes beachtet bitte unbedingt die Sicherheitsvorkehrungen. Das Fugenband wird ebenfalls mit Epoxidharz bestrichen und abgesandet. Nachdem der Harz getrocknet und hart geworden ist, kann der Beton Cire aufgetragen werden. Wie das geht, erfahrt‘ Ihr in meinem Beitrag ‚Handmade – Beton zum Spachteln‘.

Wenn Ihr eine individuelle Küchenplanung benötigt, dann nehmt mit mir Kontakt auf. Ich kann Euch eine individuelle Planung mit Hilfe von Euch zugeschickten Grundrissen und Fotos erstellen. Viel Spaß beim ‚puren Kochen‘! Eure Sonja

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